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Alte Mythen haben oft einen wahren Kern

Viele lang überlieferte Mythen wurden zunächst belächelt oder als Fantasie abgetan. Später stellte sich heraus, dass sie einen realen Tatsachenkern besitzen. Viele neuzeitliche Mythen beruhen hingegen auf fragwürdigen Weltbildern oder auf spekulativen Rückprojektionen. Welchen Mythen darf man vertrauen, welchen sollte man misstrauen? Es kommt darauf an.

Die Inuit-Erzählungen über die Franklin-Expedition

Im 19. Jahrhundert berichteten Überlieferungen der Inuit detailliert von gestrandeten Schiffen, sterbenden Männern und Kannibalismus. Ergänzt wurden die Erzählungen durch präzise Angaben zur Position der beiden Wracks der Franklin-Expedition: Der Erebus und der Terror. Als der Forscher John Rae diese Berichte veröffentlichte, stieß er trotz aller Belege auf Empörung und Ablehnung. Allein die Vorstellung, christliche Seeleute unter dem Kommando eines gottesfürchtigen Kapitäns könnten zu Kannibalismus gezwungen worden sein, galt als unvereinbar mit dem zeitgenössischen Selbstbild.

Erst 2014 und 2016 wurden die beiden Schiffe exakt dort entdeckt, wo das traditionelle Wissen der Inuit, das Qaujimajatuqangit, sie seit rund 150 Jahren verortet hatte. Das Beispiel zeigt, wie hartnäckig koloniale und später auch wissenschaftliche Blindheit gegenüber indigenem Tatsachenwissen sein kann. Der eigentliche Mythos lag nicht bei den Inuit, sondern auf Seiten jener Gesellschaft, die sich selbst eine höhere Zivilisation zuschrieb.

Weltweite Sintflut-Mythen

Auch viele der global verbreiteten Erzählungen von einer großen Sintflut besitzen einen realen Kern – meist in Form außergewöhnlicher Naturereignisse wie dem raschen Anstieg des Meeresspiegels oder regionaler Katastrophen. Sintflut-Mythen neigen aber auch zu dramatischen Überhöhungen, die leicht in religiöse Traditionen übergehen, wie im Fall der Arche Noah.

Gleichwohl fahnden Mythenjäger bis heute nach Spuren der biblischen Arche, und auch im Jahr 2025 wurden erneut Ausgrabungen in der Osttürkei begonnen. Im Gegensatz zu den Inuit-Erzählungen über die Franklin-Expedition sind die Erfolgsaussichten hier jedoch gering: Die historische Grundlage ist diffuser, und die Überlieferungen wurden über Jahrtausende ausgeschmückt und religiös überhöht.

Atlantis und Troja

Auch die Erzählungen von Atlantis und Troja verbinden Mythos und mögliche Realität. Jedoch auf unterschiedliche Weise. Beide Orte entstammen der griechischen Kultur: Bei Troja ist es Homers Illias, bei Atlantis sind es die Dialoge Plantons.

Während Heinrich Schliemann im 19. Jahrhundert Troja mit gewisser Wahrscheinlichkeit lokalisieren und archäologisch nachweisen konnte, steht ein vergleichbarer Nachweis für Platons Atlantis noch aus. Dass Atlantis bislang nicht gefunden wurde, bedeutet jedoch nicht zwingend, dass keine historische Inspiration existiert haben könnte – etwa eine bronzezeitliche Hochkultur, die durch ein Naturereignis unterging. Das reale Schicksal der Vulkaninsel Santorin könnte den Atlantis-Mythos durchaus mitgeprägt haben. Es gibt noch viel zu entdecken, das zu Atlantis passen könnte.

Bildquelle Troja VI https://de.wikipedia.org/wiki/Troja

Viele Mythen verarbeiten Extremerlebnisse

Viele alte Mythen dienen dazu, reale und extreme Naturereignisse, gesellschaftliche Umbrüche oder Bedrohungen an spätere Generationen weiterzugeben. Der Verlust großer Landstriche durch Meeresspiegelanstieg ist dafür ein gutes Beispiel:

  • Das Doggerland zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland verschwand vollständig.
  • 7.000 Jahre alte Granitmauern liegen heute neun Meter unter dem Meeresspiegel des Atlantik.
  • Auch Küstenbereiche des Schwarzen Meeres wurden wahrscheinlich innerhalb kurzer Zeit überflutet.

Solche Ereignisse hinterlassen tiefe Spuren im kulturellen Gedächtnis. Wer würde seinen Kindern nicht davon erzählen, wenn plötzlich das eigene Land im Meer versinkt? Mythen bewahren daher einerseits Lebenserfahrung, andererseits helfen sie, kollektive Traumata zu verarbeiten.

Fantasiewelten a la Däniken

Mythen, die über Jahrhunderte überliefert werden, sollten jedoch klar von überwiegend modernen Fantasiekonstruktionen unterschieden werden. Ein prominentes Beispiel sind die Thesen Erich von Dänikens. Er gilt als einer der meistgelesenen Autoren der Welt. Und das belegt: Viele Menschen scheinen sich nach Mythen zu sehnen. Doch seine Thesen funktionieren anders als uralte Erzählungen: Sie projizieren technische Innovationen der Gegenwart – etwa Raumfahrt oder Astronauten – mithilfe scheinbarer Indizien in weit entfernte Vergangenheiten zurück.

Der „Trick“ der Prä-Astronautik besteht (wie in vielen vergleichbaren Fällen) aus wenigen, immer gleichen Bausteinen:

  • Wissen der Gegenwart wird rückprojiziert: „Es gibt Astronauten – es könnte sie schon früher gegeben haben.“
  • Formal ähnliche Artefakte dienen als Scheinevidenz: „Diese Statue sieht aus wie ein moderner Raumfahrer.“
  • Ein Vergessensnarrativ plausbilisiert die Behauptung: „Die damalige Kultur ging unter und mit ihr das Wissen verloren.

Nur gibt es für die allermeisten „prä-astronautischen“ Darstellungen eine natürliche, alltägliche Erklärung (ähnlich wie hier in Spanien).

Bildquelle zur Prä-Astronautik: https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4-Astronautik

Umkehr der Beweislast bei Zirkelschlüssen

Die Technik der Rückprojektion ist deshalb so wirkungsvoll, weil sie die Beweislast faktisch umkehrt. Nicht derjenige, der einen unbelegten Mythos behauptet, muss dessen Richtigkeit beweisen. Vielmehr muss der Skeptiker die Falschheit belegen.

Somit muss er sich rechtfertigen:

  • „Astronauten gibt es – warum also nicht früher?“
  • „Diese Figur könnte einen Raumfahrer zeigen – was beweist, dass es keiner ist?“
  • „Die Kultur ist untergegangen – wieso soll das Raumfahrerwissen nicht auch untergegangen sein?“

Durch entsprechende Möglichkeits-Konstruktionen entsteht ein vermeintlich plausibles Gesamtbild, das sich jedoch überwiegend aus Spekulation und Zufallsöhnlichkeiten zusammensetzt. Je schwerer ein Gegenbeweis zu führen ist, desto leichter finden mythische Rückprojektionen eine Vielzahl von Anhängern.

Das Narrativ der Algorithmus-Etymologie

Die Herleitung, dass der Begriff Algorithmus auf den persischen Gelehrten al-Ḫwārizmī zurückgehe, folgt vergleichbaren Mustern der Rückprojektion:

  • Auch hier entsteht ein scheinbar logischer Zusammenhang aus mehreren Bausteinen, die für sich betrachtet auf den ersten Blick plausibel wirken.
  • Im Gesamtbild ergeben sie jedoch eine höchst spekulative Konstruktion, die nicht belegt ist. Sie konnte sich erst durch geschickte Beweissuggestion durchsetzen.
  • Einmal verfestigt, liegt nun die Beweislast der Falschheit des Narrativs auf Seiten derjenigen, welche die Rückprojektion infragestellen.

Und hier kommen Online-Archive, KI-Systeme und Suchmaschinen ins Spiel. Sie ermöglichen etwas, das bislang fast unmöglich war: Die Dekonstruktion von Narrativen anhand aller weltweit verfügbaren Originalquellen. Dies ermöglicht es, die bislang übermächtige Herausforderung der Beweislastumkehr erfolgreich anzunehmen!

Zwar behaupten moderne Lexika, Lehrbücher und KI-Antworten nahezu einhellig, dass der Begriff Algorithmus auf dem Namen al-Ḫwārizmīs beruhe. Umfassende Recherchen belegen jedoch:

  • Es existiert seit dem Mittelalter keine einzige Primärquelle, welche das Narrativ nachweislich belegt.
  • Das gesamte Eponym beruht vielmehr auf einer bis heute unbelegten Rückprojektion mit dem zuvor skizzierten Muster.
  • Eine Spekulation des 19. Jahrhunderts, die sich durch wechselseitiges Zitieren und das Fehlen kritischer Gegenstimmen immer weiter verfestigt hat.

Weitere Muster der Rückprojektion: Spott und Ironie

Ironie und Spott haben ebenfalls zur Verfestigung beigetragen: Wer den Konsens anzweifelte, wurde vom Hauptbefürworter des Eponyms, Moritz Cantor, gezielt lächerlich gemacht. Man unterstellte den Vertretern alternativer Erklärungen „allerlei sprachliche Taschenspielerkünste“, „sprachliche Absonderheiten“ sowie „Verirrungen“, um ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben. Im Gegenzug wurden diese als unwissenschaftlich kritisierten Methoden von Cantor selbst nachweislich verwendet, um die Eponym-These offensiv zu verteidigen.

Die ganze Story hier als PDF: van-Helsing.ai – Die Odyssee von Algorizmi zum Algorithmus (166 Seiten, Stand Dezember 2025)

So entstand ein Mechanismus, der dem zuvor dargestellten Prinzip der Prä-Astronautik ähnelt:

  • Wissen der Neuzeit wurde rückprojiziert: Al-Ḫwārizmī galt als bedeutender Mathematiker. Also muss der Begriff Algorithmus auf ihn zurückgehen.
  • Formal ähnliche Wörter wurden als Beweis interpretiert: Die mittelalterliche Formel Dixit Algorizmi klang ähnlich wie Al-Ḫwārizmī. Also musste hier der Gelehrte gemeint sein.
  • Dokumente wurden signifikant falsch datiert: Der „Beweis“ des Eponyms durch Moritz Cantor beruhte auf dem Salemer Codex, der auf das 12. Jahrhundert geschätzt wurde, obwohl er aus dem 13,, wenn nicht dem 14. Jahrhundert stammt.
  • Ein narrative Leerraum wurde mit suggerierter Gewissheit gefüllt: Zwar fehlten Belege, doch dies wurde durch die Autorität von Wissenschaftlern und Herausgebern von Lexika kompensiert. Bis ein Mythos entstand, der sich selbst legitimierte und bis heute überdauerte.

Diese Entwicklung beruht vor allem auf Quellen des 19. Jahrhunderts, die sich gegenseitig bestätigten, ohne dass bis heute ein einziger belastbarer Beleg existieren würde.

Belastbare Thesen vs. moderne Mythen

Relevant ist das für all jene, die eine wirklich belastbare Auffassung vertreten. Zum Beispiel die Real Academia Española (RAE). Sie weist seit über 25 Jahren auf eine alternative, funktionale Herleitung hin. Eine Erklärung die sogar deutlich plausibler und belegbarer ist: Das Wort Algorithmus stammt demnach von ḥisāb al-ġubār ab, dem „Rechnen mit arabischen Ziffern“.

Doch diese Deutung blieb im globalen Diskurs nahezu unbeachtet – ein Hinweis darauf, wie stark einmal etablierte Narrative die Wahrnehmung dominieren. Und Professor Federico Corriente, welcher die al-ġubār-These im Jahr 1996 erstmals schriftlich begründete, zog sie aufgrund des dadurch bewirkten Widerstands drei Jahre später wieder offiziell zurück. Gleichwohl hielt die RAE am Eintrag fest.

Die Algorithmus-Etymologie wird damit zu einem Musterbeispiel moderner Mythenbildung:

  • Die anfänglich kleine interpretative Vermutung des Orientalisten Joseph Reinaud wird über Jahrzehnte hinweg mit Hilfe nachweislicher Beweissuggestionen zu einer „gefühlten Wahrheit“, die immer öfter wiederholt und kaum mehr fundamental hinterfragt wurde.
  • Dass heute sogar Algorithmen an der Weiterverbreitung dieser fehlerhaften These beteiligt sind, macht die Ironie vollständig: Ausgerechnet der Begriff, dessen vermeintliche Herkunft unkritisch tradiert wurde, steht heute im Zentrum einer Technologie, die Wahrheit und Fiktion kaum auseinanderhalten kann. Der „Algorithmus“.

Wo die Wissenschaft endet und der Mythos beginnt

Warum ist all das überhaupt relevant? Kann es nicht egal sein, ob das Wort Algorithums von al-Ḫwārizmī abstammt oder auf ḥisāb al-ġubār beruht?

  • Nein! Der Historiker Yuval Noah Harari vertritt in seinem Buch Homo Deus die viel disktuierte These, dass Algorithmus der vielleicht wichtigste Begriff des 21. Jahrhunderts sei. Algorithmus ist nicht nur irgendein Wort: Es repräsentiert für immer mehr Menschen die algorithmische Religion der Zukunft. Doch damit nicht genug!
  • Mit hochleistungsfähigen generativen KI-Systemem entsteht ein neuer Mechanismus der Mythenbildung: Algorithmen können u.a. auf Basis falscher Trainingsdaten halluzinieren und plausibel erscheinende Erzählungen erzeugen. Narrative, die die sich ähnlich verselbstständigen können wie moderne Fantasiekonstruktionen entsprechend der Prä-Astronautik. Mythen, die nicht auf jahrtausendealten Überlieferungen beruhen, sondern auf Mustererkennung ohne jeglichen Beweis in Kombination mit schneller medialer Verbreitung.
  • Gerade deshalb muss KI zu einem Instrument kritischer Validierung werden. Sie darf nicht nur reproduzieren, sondern muss helfen, die Belegbarkeit von Informationen systematisch zu hinterfragen. Das Konzept der Algorithmic Validated Plausibility (AVP) greift diese Herausforderung auf: Was eine potenziell halluzinierende KI als plausibel darstellt, muss auch durch Quellen, Kontexte und eindeutige Evidenz geprüft werden können. Nicht anders bei menschlichen Halluzinationen.

Je mehr neuzeitliche Mythen entstehen, je dichter der Wald aus Halbwissen, Wiederholung und Autoritätszirkeln wird, desto notwendiger wird eine Haltung konstruktiver und KI-freundlicher Skepsis.

Dieser Ansatz steht nicht im Gegensatz zu KI. Er ist auch nicht KI-skeptisch – im Gegenteil! Er plädiert für eine methodische Kooperation von Mensch und Maschine. Nur beide zusammen können das leisten, was jedem Akteur allein zunehmend unmöglich wird: Den immer undurchdringlicheren Dschungel aus Wissenschaft und Mythos zu kartieren und jene Schneisen offener Erkenntnis freizuhalten, die nur auf vertrauenswürdigen Belegen beruhen.

Wissenschaft beginnt mit Fragen – und sie endet erst dort, wo man aufhört, vertrauenswürdige Belege oder Beweise einzufordern.

Einfache Antworten bleiben wichtig

Mythen verdanken ihren Erfolg oft der Kraft der Einfachheit. Sie wirken überzeugend, ohne komplexe Herleitungen oder mühsame Quellenarbeit. Sie passen zur eigenen Lebenserfahrung, sprechen den „gesunden Menschenverstand“ an und vermitteln das Gefühl unmittelbarer Plausibilität.

Einfache Antworten sind auch nicht per se falsch. Sie sind nur dann problematisch, wenn ihre Einfachheit jene Belege ersetzt, die sie eigentlich tragen müssten.

Gerade das Beispiel der Algorithmus-Etymologie zeigt:

  • Die unscheinbare, fast banale Erklärung der Etymologie von Algorithmus über das im Handel gebräuchliche Staubrechnen ist einfach. Eine Deutung, die möglicherweise sogar so schlicht war, dass sie jahrhundertelang übersehen wurde. Am Ende kann aber gerade sie durch ihre Einfachheit und Widerspruchsfreiheit überzeugen.
  • Die aufwändigen Konstruktionen des 19. Jahrhunderts, die den Begriff rückwirkend an einen Gelehrten koppelte, sind viel komplexer. Sie konnten auch nur von Gelehrten kommen. Von Wissenschaftlern, die Mohammend Ben Musa al Hwarizmi überhaupt kannten, bevor sie seinen Namen dem Begriff zuordneten. Und die Kaufleute des Mittelalters, die den Algorismus nutzten: Sie kannten nicht die Gelehrten, sondern nur das Verfahren!
  • Das Eponym suggeriert lediglich Einfachheit: Ein Wort stammt von einer Person ab. Fertig. Es unterliegt der gleichen „suggestiven Logik der Prä-Astronautik“: Was ähnlich aussieht oder sich ähnlich anhört, gehört zusammen.

KI wird neue Mythen erschaffen und alte zerstören

Im KI-Zeitalter gewinnt die dahinter stehende Problematik rasant an Bedeutung. Je mehr Informationen zirkulieren und je schneller neue Mythen entstehen, desto verlockender wird das Einfache. Faktisch wichtiger werden jedoch Antworten, die belegbar, transparent und methodisch sauber begründbar sind. Künstliche Intelligenz kann dabei einerseits zur Quelle neuer Verwirrung werden. Sie ist aber andererseits auch ein wichtiges Werkzeug sein, das dabei hilft, Einfaches vom Einfältigen und Plausibles vom bloß Plausibel-Klingenden zu unterscheiden.

Die Kunst besteht darin, Einfachheit zu suchen, aber auch verantwortungsvoll zu prüfen. Wahrheit ist häufig schlicht. Und je komplexer unsere Welt wird, desto wichtiger bleibt die Fähigkeit, Erklärungen nicht komplizierter zu machen, als nötig. Mythen können daher auch in Zukunft dabei helfen, Wissenslücken zu schließen.

Doch einer Sache sollte man sich dabei stets bewußt sein:

KI-Systeme werden all das beachten, was Menschen ausblenden – ob man es möchte oder nicht.

Die Analyse des Algorithums-Eponyms als PDF: van-Helsing.ai – Die Odyssee von Algorizmi zum Algorithmus (166 Seiten, Stand Dezember 2025)

Algorithmus Etymologie

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Yuval Noah Harari bezeichnet „Algorithmus“ als einen der zentralen Begriffe unserer Zeit. Im KI-Zeitalter entscheiden

In Lexika, Enzyklopädien und Fachliteratur dominiert bis heute die Erklärung, das Wort Algorithmus. sei aus

These A prüft, ob die alternative Herleitung der RAE (Real Academia Española) sprachhistorisch, kulturell und

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In These C wird geprüft, wann das heute dominante al-Ḫwārizmī-Narrativ entstand. Erwiesen ist, dass es

Am Ende der Analyse erfolgt ein Gesamtfazit: Alle drei Thesen (A Wortstamm al-ġubār, B funktionale